Hameln, 13.10.2026: Eindrücke von der Ausstellungseröffnung über das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold am 13.10.2026 in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
Bilderfilm von der Eröffnungsveranstaltung:
Die Gedenkstätte Moritzplatz erinnert an die Menschen, die in Magdeburg in den Jahren 1945 bis 1989 aufgrund politisch motivierter Verfolgung ihrer Freiheit beraubt wurden: Durch die sowjetische Besatzungsmacht und die ostdeutsche Justiz, die Deutsche Volkspolizei und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS). Gleichsam dient der Ort der Erinnerung an jene Personen, die hier in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur von der Justiz und der Gestapo inhaftiert waren.
Der Leiter der Gedenkstätte begrüßte die etwa 20 interessierten Teilnehmenden und erinnerte an die Geschichte des 150 Jahre alten Gebäudes, welches als Juztizort schon in der Weimarer Republik der Strafverfolgung und -verbüßung diente.

Der Vorsitzende des heutigen Reichsbanner Landesverbandes Sascha Mohr erinnerte in seinem Grußwort an die Bedeutung, die die Stadt Magdeburg für das historische Reichsbanner im Kampf gegen Hakenkreuz und Sowjetstern hatte. Die Geschichte sei Mahnung und Auftrag, die Freiheitlich Demokratische Grundordnung heute zu bewahren und zu verteidigen. Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit, sondern lebe vom Engagement der demokratischen Kräfte.

Für das örtliche Reichsbanner in Magdeburg erinnerte Jürgen Engel in seinem Grußwort daran, dass Geschichte von Menschen geprägt werde. Einer dieser Menschen in Magdeburg sei Ernst Witte gewesen. Ein Arbeiter, SPD-Vorsitzender, politischer Organisator und Demokrat, der den Aufbau des Reichsbanners betrieb und im Gau Magdeburg die Leitung übernommen hatte. Seine Schicksal wird auf einer Sondertafel zur Ausstellung beschrieben. Er starb am 27. Mai 1944 im Konzentrationslager Neuengamme und musste vorher Misshandlungen und jahrelange KZ-Haft aufgrund seines Engagements durch die Nationalsozialisten ertragen. Ein handelnder Mensch, der Verantwortung übernahm und auch nicht aufgegeben hatte, als es lebensgefährlich wurde.
Heute sei eine andere Zeit, aber wieder müsse man sich die Frage stellen: „Was tun wir?“ Was tun wir, wenn die Demokratie angegriffen wird, wenn das politische Gegenüber den anderen als Feind definiert und Hass und Ausgrenzung zugelassen wird? Heute gelte es Verantwortung für die eigene Zeit zu übernehmen. Es gelte deutlich zu sagen: „Bis hierher und nicht weiter!“
Magdeburg habe eine lange demokratische Tradition, zu der Hoffnung, Mut und auch Verfolgung gehören. Die Frage sei, was wir aus der Geschichte des Reichsbanners in Magdeburg lernen.

Es folgte dann das Hauptreferat von Dr. Stefan Heinz, Historiker der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin und einer der Kuratoren der Ausstellung. Diese beschäftige sich im Kern mit der Verteidigung der ersten Demokratie in Deutschland. Das Reichsbanner sei die größte politische Millionenorganisation der Weimarer Republik gewesen, lange Zeit fast vergessen. Es folgten gut 30 Minuten lang Einblicke in die Menschen und Ereignisse der Weimarer Republik, die im Detail dann auf den Ausstellungstafeln konkretisiert und mit Bildern und Exponaten veranschaulicht werden.

Ein Gang durch die Ausstellung und vielfältige Einzelgespräche rundeten den Einblick in die Demokratiegeschichte in Magdeburg und in Deutschland ab.
Die Ausstellung kann noch bis zum 27. November 2026 während der normalen
Öffnungszeiten der Gedenkstätte besichtigt werden.
Montag bis Donnerstag 09:00 – 16:00 Uhr
Freitag 09:00 – 14:00 Uhr
Jeden ersten Sonntag im Monat 10:00 – 16:00 Uhr
Sie steht im Veranstaltungsraum im ersten Obergeschoss. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:
Zur Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg:

Zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin:
Zum Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold:
https://www.gdw-berlin.de/angebote/ausstellungen/schaudepot-reichsbanner
https://www.reichsbanner-geschichte.de
Berichte zum Reichsbanner auf der Seite Republikpolizei:
https://republikpolizei.de/archive/tag/reichsbanner-schwarz-rot-gold
herral, 13.10.2026