Gewerkschafts- Ehrentafel 1924 – Franz Esserz (Nachruf/Traueranzeige)

Am 12. d. M… verstarb nach kurzer , schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren der Landjägermeister und Leutnant a.D. Herr

Franz Esserz

zu Hameln a. Weser. Wir verlieren in ihm einen pflichttreuen Beamten und braven Kameraden, der es verstanden hat, sich Achtung und Liebe bei Vorgesetzten, Kameraden und Untergebenen zu erwerben. An seiner Bahre „Gewerkschafts- Ehrentafel 1924 – Franz Esserz (Nachruf/Traueranzeige)“ weiterlesen

Personalräte und die Weimarer Republik

Auf Einladung des Polizeihauptpersonalrates Niedersachsen referierte heute (22.10.1028) Dr. Dirk Götting vor rund 80 PersonalratsvertreterInnen der Polizei des Landes Niedersachsen die Hintergründe zur Gründung der Beamtenvertretungen in der Weimarer Republik. Spannend die Entwicklung der Obrigkeitspolizei zum Freund – Helfer auf der einen Seite, aber auch Straßenkämpfer. Der gut 50 Minuten lange Vortrag vermittelte sowohl ein Bild von den damaligen politischen Verhältnissen, wie auch von der enormen Aufbauleistung in der ersten Deutschen Republik ab 1918. Dann die Wende mit der Weltwirtschaftskrise und den folgendem Absturz. Die Lichtjahre der Bildung einer demokratisch orientierten Bürgerpolizei mit Personalvertretung und Polizeigewerkschaftern und der Übergang in ein autoritäres Unterdrückungssystem. Die schrecklichen Folgen mussten auch Polizeigewerkschafter der Weimarer Republik erfahren.

Ehrentafel Albert Stresow – Landjägertot

Ehrentafel.
Am Vormittag des 17. Januar 1924 wurde unser lieber Kamerad, der Landjägermeister Herr Albert Stresow im Schwiebus während der pflichttreuen Ausübung seines Dienstes von einem mörderischen Schurken, welcher vorher zwei Kameraden durch Schüsse verletzt hatte, durch Kopf- und Bauchschuß erschossen.
Kam. Stresow stand im blühendsten Mannesalter von 44 Jahren und „Ehrentafel Albert Stresow – Landjägertot“ weiterlesen

16.01.1924 – Der Gendarm – Tragischer Landjägertod

Am 21. Dezember 1923, gegen 3 Uhr nachts, entriß uns der Tod unsern lieben Kameraden, den Oberlandjäger Herrn

Wilhelm Jonat

Standort Kirchlengern, Kreis Herford, im Alter von 44 Jahren.

Kamerad Jonat verfolgte mit mehreren Eisenbahnbediensteten Eisenbahnräuber. Der Nachbarkamerad, Oberlandjäger Becker, Standort Ennigloh, befand sich mit einem Polizeibeamten auf der Verfolgung derselben Verbrecher, wußte aber von der Verfolgung durch den Kameraden Jonat nichts. „16.01.1924 – Der Gendarm – Tragischer Landjägertod“ weiterlesen

Satzungen des Verbandes Preußicher Polizeibeamten E.V.

Ein Heft aus dem Bestand eines Polizeiarchives.

Stand: 1930

Auszüge:

Programm des Verbandes Preußischer Polizeibeamten e.V.

  1. Gewerkschaftliches. – Der Verband Preußischer Polizeibeamten vertritt die nach seinen Satzungen zu verwirklichenden Forderungen im Sinne der unabhängigen Berufsvertretung. In allgemeinen Beamtenfragen wirft der Verband gemeinsam mit dem DBB. und in allen Fragen grundlegender wirtschaftlicher Bedeutung ist ein Zusammenarbeiten mit den Großorganisationen der gesamten Arbeitnehmerschaft zu erstreben. Der Zusammenschluß und die Tätigkeit des Verbandes erfolgt auf parteipolitisch neutraler Grundlage. Religiöse und konfessionelle Bestrebungen gehören nicht zu den Aufgaben des Verbandes.
  2. Stellung der Polizei im Staat. – In der Polizei sieht der Verband das Instrument des Staates zur Erhaltung der Staatsordnung und Durchführung der dem Staat obliegenden weiteren Aufgaben. Mit dem Bekenntnis zur demokratischen-republikanischen Staatsform verbindet der Verband das Bestreben, seine Mitglieder in diesem Geist zu festigen.
  3. Aufbau der Polizei. – Der dienstliche Aufbau der Polizei muß sich der Staatsform anpassen. Der Zentralisation muß durch Dezentralisation entgegengewirkt werden. Die wirkliche Volkspolizei verhütet die Bildung des Polizeistaates. Der Einfluß des Staates auf die Einrichtung und Tätigkeit der kommunalen Polizeiverwaltungen ist zu sichern.
  4. Beamtenrechtsstellung. – Die Rechtsstellung der Polizeibeamten hat dem allgemeinen Beamtenrecht zu entsprechen. Die Sicherung der Anstellung ist infolge ihrer Einwirkung auf das Dienstverhältnis nur durch Schaffung und Erhaltung des Berufsbeamtentums auf öffentlich-rechtlicher grundlage bei der Polizei gegeben. Der Aufstieg zu allen Stellen des Polizeidienstes ist bei nachgewiesener Befähigung jedem Polizeibeamten zu ermöglichen. Das Polizeibildungswesen ist den gesteigerten Bedürfnissen entsprechend auszugestalten. Um auch im Staatsinteresse wirken zu können, sind der Polizei Beamtenvertretungen einzuräumen, die in ihrem Aufbau und in ihrer Zuständigkeit die Erfassung und Mitarbeit aller Polizeibeamten sichern.
  5. Wirschaftliches. – …

Heftseiten als Bildergalerie:

 

 

Über die Anfänge einer internationalen Polizeiorganisation der Gewerkschaften/Verbände:

Die werdende Polizeibeamten-Internationale.

Internationale Beziehungen zwischen Polizeiorganisationen, wenn auch nur in sehr loser Form, bestanden bereits vor dem Kriege. Der holländische Allgemeene Bond von Politiepersoneel hat bereits 1908 zu dem Kongreß der belgischen Polizeibeamten in Gent einen Vertreter entsandt. 1909 ließe sich die Holländer durch eine Abordnung auf dem Kongreß der französischen Polizisten in Paris vertreten. Als sich 1913 die preußischen Schutzleute organisierten, dabei auf den Widerstand ihrer Behörden stießen und dadurch die Öffentlichkeit auf die Bestrebungen aufmerksam gemacht wurde, traten die Holländer auch mit Deutschland durch ein Sympathieschreiben an den Führer der Schutzmannsbewegung in Verbindung. Durch den Weltkrieg zerrissen die Fäden. „Über die Anfänge einer internationalen Polizeiorganisation der Gewerkschaften/Verbände:“ weiterlesen

Über die Anfänge der Personalratsarbeit der Polizei: Beamtenausschüsse der Schutzpolizei

Tejessy – Bähnisch

Zum Geleit.

Vorschriften über die Rechtsverhältnisse der Beamtenschaft gegenüber dem Staat und die Formen ihrer Wahrnehmung sind seit langem heiß erstrebtes Ziel der Beamten.

Die größte preußische Beamtenschaft, die Polizeibeamtenschaft, hat ihre Wünsche seit Jahren in der Hoffnung zurückgestellt, dass eine reichsrechtliche Regelung des Beamtenrechts erfolge. Diese Hoffnung hat sich bisher nicht verwirklicht. Ihre Erfüllung ist noch nicht abzusehen. Der Herr Minister des Innern hat sich daher entschlossen, für die Schutzpolizei in einem Erlasse über die Beamtenausschüsse in der Schutzpolizei eine vorläufige Regelung auf einem wichtigen Gebiet des Beamtenrechts vorzunehmen. Dieser Erlass gibt den Beamten einer Hoheitsverwaltung zum ersten Male ein bis ins einzelne ausgearbeitetes Recht zur Wahrnehmung ihrer speziellen Interessen. „Über die Anfänge der Personalratsarbeit der Polizei: Beamtenausschüsse der Schutzpolizei“ weiterlesen

GdP Niedersachsen sucht Teilnehmer für eine Arbeitsgruppe Gewerkschafter/Polizei in der Weimarer Republik

Die GdP Niedersachsen ruft eine Landesarbeitsgruppe ins Leben, in der Gewerkschafter die Rolle der Polizei wie auch die Gründung der ersten Gewerkschaften in der Polizei zur Zeit der Weimarer Republik untersuchen will. Interesssierte können sich an die örtlichen Untergliederungen oder an Ralf Hermes (ralf.hermes@gdp-goettingen.de) wenden.

Gesucht werden dafür interessierte Gewerkschafter/Innen  (JUNGE GRUPPE/Seniorengruppe/ Frauengruppe), die aktiv mitarbeiten wollen. Ziel ist es, konkrete Aktionen zu konzipieren und die „Geschichtsforschung“ zum Gewerkschaftsgeschehen in der Weimarer Republik zu unterstützen.
Sowohl historisch interessierte Kollegen/-innen wie auch am aktuellen Tagesgeschehen und dem Thema Extremismus-Prävention interessierte Mitglieder sind gesprochen.

Informationen in diesem Aufruf:

2018-04-30-Einladung AG Weimar – Gründungsworkshop-Hermes-1

Buchvorstellung: Manfred Reuter – Die Gleichschaltung der preußischen und deutschen Polizeigewerkschaften im Nationalsozialismus

Die Studie befasst sich mit dem komplexen Prozess der politisch-weltanschaulichen Selbst- und Fremdgleichschaltung der preußischen un deutschen Polizeigewerkschaften im Nationalsozialismus. Inhaltlich gliedert sie sich wie folgt: Im Zeiten Kapitel wird die Ausgangssituation der Polizeigewerkdschaften vor dem Beginn der Machtergreifung im Juli 1932, also kurz vor dem Preußenschlag, vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt existiert „Buchvorstellung: Manfred Reuter – Die Gleichschaltung der preußischen und deutschen Polizeigewerkschaften im Nationalsozialismus“ weiterlesen

Netzfund: Gedenken an Thaddäus Bütow – Nachruf des Preußischen Polizeibeamten-Verbandes

Im Remscheider Generalanzeiger vom 11.01.2016 und 14.01.1924 wird das Schicksal eines Polizisten der Weimarer Republik geschildert: Der Polizeiwachtmeiser Thaddäus Bütow wurde in Ehringhausen angeschossen und verstarb an den Folgen.

„Er wurde das Opfer eines schweren Berufs und starb von „feiger Mörderhand“. So steht es im Nachruf für Thaddäus Bütow. Der Preußische Polizeibeamten-Verband, Ortsgruppe Remscheid, gedachte des Polizeiwachtmeisters, der kurz vor seinem 25. Geburtstag am 13. Januar 1924 sein Leben verlor.“ So steht es in dem Artikel, der auch ein Foto des Gedenksteines (Aufnahme A. Richter) enthält.  Der lesenwerte Zeitungsbericht steht unter: https://www.rga.de/lokales/remscheid/gedenktafel-erinnert-polizistenmord-6026253.html