Deutsche Republik – Betrachtung und Bekenntnis zum Werke von Weimar

von Karl Bröger, 1929, Schriften zur Zeit

An die Republik

Kind unserer Not und unseres tiefsten Leides, von Sorgen früh gefurcht und jeder Pein: So kamst du durch das blutige Tor herein, gewandet in die Fetzen armen Kleides.

Bar bist du jeden funkelnden Geschmeides, gestellt in zweier Zeiten Zwielichtschein, und wirst doch herrlich einst von allen sein, verleumdet jetzt, bald Gegenstand des Neides.

Wir stehn zu dir aus unseres Herzens Grunde. Dort ist dir sichere Heimstatt schon geschafft, und jeder Pulsschlag tut dem andern Kunde.

Wir sind bereit, gesammelt und gestrafft, und führen dich zu deiner großen Stunde. Du bist allein das Reich und bist die Kraft.

Karl Bögner

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Satzungen des Verbandes Preußicher Polizeibeamten E.V.

Ein Heft aus dem Bestand eines Polizeiarchives.

Stand: 1930

Auszüge:

Programm des Verbandes Preußischer Polizeibeamten e.V.

  1. Gewerkschaftliches. – Der Verband Preußischer Polizeibeamten vertritt die nach seinen Satzungen zu verwirklichenden Forderungen im Sinne der unabhängigen Berufsvertretung. In allgemeinen Beamtenfragen wirft der Verband gemeinsam mit dem DBB. und in allen Fragen grundlegender wirtschaftlicher Bedeutung ist ein Zusammenarbeiten mit den Großorganisationen der gesamten Arbeitnehmerschaft zu erstreben. Der Zusammenschluß und die Tätigkeit des Verbandes erfolgt auf parteipolitisch neutraler Grundlage. Religiöse und konfessionelle Bestrebungen gehören nicht zu den Aufgaben des Verbandes.
  2. Stellung der Polizei im Staat. – In der Polizei sieht der Verband das Instrument des Staates zur Erhaltung der Staatsordnung und Durchführung der dem Staat obliegenden weiteren Aufgaben. Mit dem Bekenntnis zur demokratischen-republikanischen Staatsform verbindet der Verband das Bestreben, seine Mitglieder in diesem Geist zu festigen.
  3. Aufbau der Polizei. – Der dienstliche Aufbau der Polizei muß sich der Staatsform anpassen. Der Zentralisation muß durch Dezentralisation entgegengewirkt werden. Die wirkliche Volkspolizei verhütet die Bildung des Polizeistaates. Der Einfluß des Staates auf die Einrichtung und Tätigkeit der kommunalen Polizeiverwaltungen ist zu sichern.
  4. Beamtenrechtsstellung. – Die Rechtsstellung der Polizeibeamten hat dem allgemeinen Beamtenrecht zu entsprechen. Die Sicherung der Anstellung ist infolge ihrer Einwirkung auf das Dienstverhältnis nur durch Schaffung und Erhaltung des Berufsbeamtentums auf öffentlich-rechtlicher grundlage bei der Polizei gegeben. Der Aufstieg zu allen Stellen des Polizeidienstes ist bei nachgewiesener Befähigung jedem Polizeibeamten zu ermöglichen. Das Polizeibildungswesen ist den gesteigerten Bedürfnissen entsprechend auszugestalten. Um auch im Staatsinteresse wirken zu können, sind der Polizei Beamtenvertretungen einzuräumen, die in ihrem Aufbau und in ihrer Zuständigkeit die Erfassung und Mitarbeit aller Polizeibeamten sichern.
  5. Wirschaftliches. – …

Heftseiten als Bildergalerie:

 

 

Polizei und Mode – von Max von Boehn

Buchvorstellung Band 10 aus der Reihe: „Die Polizei in Einzeldarstellungen“ von Dr. W. Abegg – 1926

Erster Abschnitt.

 Entstehung und Entwicklung der Polizeiuniform

„Unter Polizei verstehen wir heute die Gesamtheit aller jener Anstalten, durch welch die Obrigkeit im Staate für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu sorgen pflegt. Gleicht der Gesetzgeber dem Kopf, so kann man sie Arm und Hand nennen; erst durch ihr gemeinsames handeln bilden sie zusammen die Regierung, ohne deren Bestehen wir uns ein geordnetes Staatswesen nicht vorzustellen vermögen. Der moderne Mensch erwartet vom Staat, daß er Wohlfahrt und Sicherheit „Polizei und Mode – von Max von Boehn“ weiterlesen

Über die Anfänge einer internationalen Polizeiorganisation der Gewerkschaften/Verbände:

Die werdende Polizeibeamten-Internationale.

Internationale Beziehungen zwischen Polizeiorganisationen, wenn auch nur in sehr loser Form, bestanden bereits vor dem Kriege. Der holländische Allgemeene Bond von Politiepersoneel hat bereits 1908 zu dem Kongreß der belgischen Polizeibeamten in Gent einen Vertreter entsandt. 1909 ließe sich die Holländer durch eine Abordnung auf dem Kongreß der französischen Polizisten in Paris vertreten. Als sich 1913 die preußischen Schutzleute organisierten, dabei auf den Widerstand ihrer Behörden stießen und dadurch die Öffentlichkeit auf die Bestrebungen aufmerksam gemacht wurde, traten die Holländer auch mit Deutschland durch ein Sympathieschreiben an den Führer der Schutzmannsbewegung in Verbindung. Durch den Weltkrieg zerrissen die Fäden. „Über die Anfänge einer internationalen Polizeiorganisation der Gewerkschaften/Verbände:“ weiterlesen

Über die Anfänge der Personalratsarbeit der Polizei: Beamtenausschüsse der Schutzpolizei

Tejessy – Bähnisch

Zum Geleit.

Vorschriften über die Rechtsverhältnisse der Beamtenschaft gegenüber dem Staat und die Formen ihrer Wahrnehmung sind seit langem heiß erstrebtes Ziel der Beamten.

Die größte preußische Beamtenschaft, die Polizeibeamtenschaft, hat ihre Wünsche seit Jahren in der Hoffnung zurückgestellt, dass eine reichsrechtliche Regelung des Beamtenrechts erfolge. Diese Hoffnung hat sich bisher nicht verwirklicht. Ihre Erfüllung ist noch nicht abzusehen. Der Herr Minister des Innern hat sich daher entschlossen, für die Schutzpolizei in einem Erlasse über die Beamtenausschüsse in der Schutzpolizei eine vorläufige Regelung auf einem wichtigen Gebiet des Beamtenrechts vorzunehmen. Dieser Erlass gibt den Beamten einer Hoheitsverwaltung zum ersten Male ein bis ins einzelne ausgearbeitetes Recht zur Wahrnehmung ihrer speziellen Interessen. „Über die Anfänge der Personalratsarbeit der Polizei: Beamtenausschüsse der Schutzpolizei“ weiterlesen

„Die Kriminalität der Jugendlichen“ von Dr. M. Hagemann, Oberregierungsrat am Polizei-Institut in Berlin, Polizei und Kind, 1926

Ein vielseitiges und ernstes Problem ist die Kriminalität der Jugendlichen, doch kein hoffnungsloses.

Mit Schuleschwänzen, Herumbummeln fängt es an und kann dann über schlechte Streiche zum Verbrechen führen, wenn nicht eigene Erkenntnis oder ein gütiges Schicksal in Gestalt einer verständnisvollen Fürsorge eingreift.

„Für Jugendliche keine gerichtliche Strafe, sondern Erziehung“ lautet das Schlagwort heute. Also ob nicht auch die Strafe für die Erwachsenen Erziehung sein müßte! Und doch muß man froh sein, daß dieser Fortschritt wenigstens für die jugendlichen Rechtsbrecher erreicht ist. Wie man die Erziehung im Einzelnen gestalten muß, wird die Erfahrung von „„Die Kriminalität der Jugendlichen“ von Dr. M. Hagemann, Oberregierungsrat am Polizei-Institut in Berlin, Polizei und Kind, 1926“ weiterlesen

Buchvorstellung: Polizei und Sitte von Dr. Albert Moll, 1926

Polizei und Sitte von Dr. Albert Moll, 1926

Schluss

Ich habe in meinen Ausführungen einerseits die Tätigkeit der Polizei besprochen, andererseits auch gelegentlich Kritik geübt. Die Kritik richtet sich natürlich nicht gegen die Polizei an sich, sondern gegen diejenigen Gesetzt und Gesetzesauslegungen, die nicht mehr zeitgemäß sind, und zu deren Durchführung trotzdem die Polizei berufen und durch Gesetz verpflichtet ist. Der Groll, den manche gegen dieses oder jenes Gesetz haben, wird zu Unrecht oft auf den Vollstecker gelenkt, während diesem doch seine Aufgaben vorgezeichnet sind. „Buchvorstellung: Polizei und Sitte von Dr. Albert Moll, 1926“ weiterlesen

Buchvorstellung: Manfred Reuter – Die Gleichschaltung der preußischen und deutschen Polizeigewerkschaften im Nationalsozialismus

Die Studie befasst sich mit dem komplexen Prozess der politisch-weltanschaulichen Selbst- und Fremdgleichschaltung der preußischen un deutschen Polizeigewerkschaften im Nationalsozialismus. Inhaltlich gliedert sie sich wie folgt: Im Zeiten Kapitel wird die Ausgangssituation der Polizeigewerkdschaften vor dem Beginn der Machtergreifung im Juli 1932, also kurz vor dem Preußenschlag, vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt existiert „Buchvorstellung: Manfred Reuter – Die Gleichschaltung der preußischen und deutschen Polizeigewerkschaften im Nationalsozialismus“ weiterlesen

Buchvorstellung: Die Münchner Polizei und der Nationalsozialismus

„Wie konnte es so weit kommen?“

Die Münchner Polizei und der Nationalsozialismus, Joachim Schröder, Veröffentlichung des Bayrischen Polizeimuseums, Polizeipräsidium München / Kulturreferat der Landeshauptstadt München (Hg.)

September 2013

…Wie konnte es so weit kommen? Die Verantwortung des Polizeipräsidiums … verlangt danach, die Frage zu stellen – sich der Frage zu stellen, wie Polizeibeamte dazu kamen, als kritiklose, wenigstens aber widerstandslose Handlanger der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu agieren und „Buchvorstellung: Die Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“ weiterlesen