Reichsbanner-Gedenken: Mordtat vor 87 Jahren in Hannover, Lister Turm. Bericht und Bilder

Jedes Jahr findet in Hannover am Freizeitheim Lister Turm eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an zwei von SA Leuten ermordete Mitglieder der Demokratieschutztruppe „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ statt.

Ein Bericht der Veranstaltung am 22.02.2020 mit Bildern:

Das Grußwort hielt in diesem Jahr die SPD Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack.

Frau Tack erinnerte an den Vorfall vor 87 Jahren vor dem Hause und zog aktuelle Bezüge zum politischen Tagesgeschehen.

Es schockiere, dass in den letzten Tagen und Wochen die Frage von Hass, Extremismus und Faschismus eine Salonfähigkeit erreicht habe, die nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten ängstigt, empört und in allerhöchste Alarmbereitschaft versetzt.

Es könne keine Freisprechung von Verantwortung erfolgen, wenn Menschen immer wieder mit rechtspopulistischen Agieren Hass säen. Sie mahnte stark zu sein in einer Gemeinschaft für die Demokratie. Es sei wichtig im Gedenken an und im Lernen aus der Geschichte wachsam und aufmerksam zu sein.

Sie dankte für die Aufgaben, die das Reichsbanner zum Schutze der Veranstaltungen der SPD übernommen hatte und welche von 87 Jahren für die Menschen solche tragischen Folgen hatte.

Außen am Hause ist eine Gedenktafel angebracht:

“ Zur mahnenden Erinnerung an die Zeit nationalsozialistischen Terrors, in der die Menschenrechte, die Freiheit und die Gerechtigkeit Missachtet wurden. Hier ermordeten die S.A. am 22.2.1933 die Mitglieder des Reichsbanners Wilhelm Heese und Willi Grosskopf.“

Im Anschluss an die Rede folgte die Niederlegung zweier Kränze und von Einzelblumen.

Im Anschluß ludt das Organisationsteam zu Gespräch und zur Besichtigung einer kleinen Ausstellung über das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold in Hannover ein.

Auf dem Ausstellungsbanner zur Schufo wird ein Polizeibezug angegeben:

„Es gab etwas 200 „Schufo-Kameraden“ in Hannover, die in Celle auf einem Sportplatz von Magdeburger Polizisten im Straßenkampf ausgebildet wurden. „

Für 2,50 Euro ist im Freizeitheim eine 40-seitige Broschüre erhältlich, die einen guten Einblick in die Geschichte und Ereignisse rund um das Reichsbanner in den Jahren 1924 – 1933 in Hannover gibt. Zeitzeugenberichte, Erinnerungen, Presseberichte geben vielfältigen Einblick.

Zeitungsbericht als PDF

Eine Abordnung des heutigen Reichsbanners nahm an der Gedenkveranstaltung teil.

Ralf Hermes, 22.02.2020

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