Gedenken und Erinnerung bewahren: Karl Heinrich, Polizeimajor, NS-Gegner und Antikommunist. Eine beeindruckende Polizeipersönlichkeit der Weimarer Republik.

Es gab sie, die Vorbilder in den Reihen der Republikpolizei der Weimarer Republik, die treu zur Demokratie standen und dafür bitter zahlen mussten. Hier eine Infosammlung zu Karl Heinrich:

Kurzinfos aus einen sehr ausführlichen Wikipedia-Eintrag über Karl Heinrich:

Eintritt in die Polizei 1909. Kommissaranwärter in der hessischen Polizei. Ausbildungsende Polizei im Jahr 1914. Infanteriedienst im 1. Weltkrieg mit schwerer Verwundung. EK I. Dienst danach in der Militärpolizeiverwaltung. Anfang 1918 Dienstaufnahme als Offizier in der hess. Polizei. Wechsel zur preußischen Polizei. Versetzung als Major zur Berliner Schutzpolzei.

“ Heinrich kommandierte als stellvertretender Inspektionsleiter der Inspektion „Linden“ die Schutzpolizei im Berliner Regierungsviertel. Zu seinen Aufgaben gehörte die Durchsetzung des Bannkreises um das Reichstagsgebäude. Wegen der hierbei gezeigten Härte gegen Nationalsozialisten propagierte deren Gauleiter Goebbels für ihn den Namen Knüppelheinrich, den die Kommunisten, bei denen er gleichermaßen verhasst war, übernahmen. Infolge des Preußenschlags 1932 aus politischen Gründen beurlaubt, widmete sich Heinrich führenden Funktionen im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. „

Weiterlesen unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Heinrich_(Politiker,_1890)

Gedenktafel zu Ehren Heinrichs in Berlin-Spandau (Quelle Wikipedia)

Weitere spannende Literaturhinweise

  • Heimann, Siegfried: “Karl Heinrich und die Berliner SPD, die sowjetische Militäradministration und die SED”, Friedrich-Ebert-Stiftung 2007.

Dieses Buch kann kostenlos als PDF hier heruntergeladen werden:

https://library.fes.de/pdf-files/historiker/04710.pdf

Buchtipp:

Erler, Peter: “Polizeimajor Karl Heinrich – NS-Gegner und Antikommunist. Eine biographische Skizze”, Berlin 2007.

https://www.stiftung-hsh.de/forschung/publikationen-2/polizeimajor-karl-heinrich/

In einem Nachwort schreibt Dieter Glietsch, Polizeipräsident von Berlin (2007):

Karl Heinrich, der erste Kommandant der Berliner Schutzpolizei nach dem Zweiten Weltkrieg, spiel ein wichtige Rolle für das Selbstverständnis der Polizei in der Hauptstadt: Als Kämpfer gegen jede Form von politischem Extremismus verkörpert Karl Heinrich Zivilcourage, Gerechtigkeitssinn und ein freiheitlich-demokratisches Bewusstsein. Das sind die Wertmaßstäbe, die für jeden Polizeibeamten im demokratischen Rechtsstaat Grundlage seiner Arbeit sein müssen. …

Aber ebenso sicher ist, dass es insgesamt zu wenige waren, auch und gerade in der Polizei, die die Kraft und den Mut hatten zu widerstehen. Umso höher ist die menschliche Leistung derjenigen einzuschätzen, die sich in vollem Bewusstsein der damit verbundenen Risiken ohne Rückendeckung, ohne Netz und doppelten Boden entschlossen haben, ihrem Gewissen zu folgen und damit sich selbst treu zu bleiben. …

Nach dem Krieg setzten ihn die Verantwortlichen der russischen Besatzungsmacht als Ersten Kommandeur der Berliner Schutzpolizei ein. Weil er sich aber auch von den Kommunisten nicht für ihre Zwecke vereinnahmen ließ, wurde er von ihnen erneut inhaftiert und starb wenig später in einem Krankenhaus.

Der erste Kommandeur der Berliner Schutzpolizei hat also in Zeiten, in denen Zivilcourage die Inkaufnahme existentieller Gefährdungen bedeutet, immer sein Gewissen zur Leitinstanz seiners Handelns gemacht. …

Sein Beispiel führt uns vor Augen, wie einfach es heute ist und wie selbstverständlich es sein sollte, seinem Gewissen zu folgen und den Wertvorstellungen des Grundgesetzes, die wir repräsentieren und schützen müssen. Dazu gehören z.B. Toleranz, Weltoffenheit und Ablehnung jeder Form von nicht legitimierter Gewalt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.